Gisela Harupa: Ihr Leben

Gisela Harupa wird am 12. Dezember 1919 in Küstrin an der Oder geboren. Nach dem Schulabschluss besucht sie vor und während des Krieges die Meisterschule für Graphik in Berlin. 1941 heiratet sie den Wehrmachtsoffizier Wolf Harupa, der wenige Wochen später im Krieg fällt. Als Krankenschwesternhelferin betreut sie in den folgenden Jahren Verwundete in Russland. Dabei zieht sie sich ein schweres rheumatisches Herzleiden zu. Dieses Leiden zeichnet ihr weiteres Leben.

Nach dem Krieg lässt sie sich in der Bibelschule in Stein bei Nürnberg ausbilden und ist anschließend in den Mütter-Genesungsheimen des Bayerischen Mütterdienstes tätig. Ihr Herzleiden führt zu ihrer Frühverrentung mit 46 Jahren. Bis zu ihrem Tod am 28.8.1989 lebt sie in Ansbach.

Ihr Werk

Mehr als 20 Jahre ist Gisela Harupa (1966–-1989) künstlerisch tätig. In dieser Zeit entstehen ca. 2500 Stoffklebebilder zu biblischen Motiven. Sie hat Bildmotive in unterschiedlichen Farbkombinationen gefertigt und oft auch früher Motive weiterentwickelt und neu gestaltet.

Ihre Bilder haben eine große Verbreitung und eine vielfältige Verwendung gefunden. Ihre Bilder zieren Kirchen (z. B sind 12 ihrer Bilder in der Friedenskirche in Ansbach zu sehen) und Gemeinderäume, sie finden sich in Religionsbüchern und Arbeitshilfen für den Religionsunterricht; sie dienen als Vorlagen für Adventstransparente, die in den 80er Jahren vom Amt für Gemeindedienst der Evang.-Luth. Kirche in Bayern herausgegeben werden.

Ab 1976 gestaltete sie Bildentwürfe zu Arbeitsmappen für die Behindertenarbeit mit jeweils 4 Bildern zu einem Thema. Diese werden wie die seit 1983 jährlich erscheinenden Postkartenkalender mit ihren Bildmotiven von den Gustav Wernerschen Anstalten in Reutlingen (heute Bruderhausdiakonie) herausgegeben. 1984 entwirft sie das Plakat und die Verteilkarten für den Weltgebetstag zum Thema: „Hoffnung in Christus, Quelle des Lebens“.

Entwicklung der Stoffbilder

Ihre Bilder stehen am Ende eines langen Weges, der oft mit Notizen und Skizzen während einer Zwangspause im Krankenhaus begann. Die dort angefertigten Skizzen werden verfeinert und vergrößert. Für die einzelnen Figuren der Bilder schneidet sie sich Schnittmuster, mit denen sie verschiedene Variationen eines Motivs an der Staffelei erprobt. Oftmals fertigt sie ein einmal entwickeltes Grundmotiv mehrfach, wobei sie in Bildaufbau und Farbgebung variiert. Die Entwicklung ihrer Bilder ist begleitet durch ein intensives Bibelstudium, vertiefende theologische Lektüre, der Austausch und das gemeinsame Nachdenken im Hauskreis. Erst dann wird ein Werk vollendet und ein begleitender meditativer Text geschrieben, dem sie jedem Original beilegt. Ihre Bilder werden so zu theologisch verantworteten Bildpredigten. Sie laden ein, biblische Texte neu zu entdecken. Sie wollen Mut machen, Gott zu vertrauen.